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Abschaffung der Steuer für Fair-Trade-Kaffee

Ein Kaffeebauer einer Fairtrade-Kooperative in Nicaragua erntet Kaffeekirschen.(Foto: TransFair e.V. / Sean Hawkey)

Diese Forderung unterstützt der Vorstandsvorsitzende von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland), Dieter Overath. „Wir sind erfreut, dass der Minister unsere Petition zur Abschaffung der Kaffeesteuer auf fair gehandelten Kaffee geprüft und für umsetzbar eingeschätzt hat. Dass Gerd Müller unsere Forderung jetzt an das Finanzministerium übergibt, ist eine große Chance für Hunderttausende Kaffeebauern“, erklärt Overath.

Bundesfinanzministerium muss handeln

Der nachhaltige Konsum soll mit der Steuerpolitik gefördert werden. Unfairer Handel müsse laut Overath höher besteuert werden als fairer Handel. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) habe genau diese Steuerungsfunktion für eine nachhaltige Zukunft erkannt, so der Vorstandsvorsitzende von TransFair.

TransFair übergibt die Petition zur Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee an Minister Müller. (Bild: TransFair e.V. / Phuong Tran Min)

Eine Kabinettsvorlage des Entwicklungsministers könne der nächste politische Schritt sein, um seine Kollegen zu überzeugen. Der Bundesfinanzminister Olaf Scholz soll so zum fairen Handel animiert werden, denn das Bundesministerium für Finanzen ist für Mehrwertsteuergesetze zuständig. „Wenn die Regierung das durchzieht, ist ein Beitrag für eine fairere Weltwirtschaft geschafft“, betont Overath.

„Hunderttausende Kinder arbeiten für den Kaffee, den wir trinken. Der Anteil von fair gehandeltem Kaffee, der ohne Kinderarbeit und Raubbau an der Natur produziert wird, liegt erst bei 15 Prozent“, sagte der Entwicklungsminister der Bild am Sonntag.

Selbstbestimmter Weg aus der Armut

In Lateinamerika, Afrika und Asien bauen über 840.000 Kaffeebauern Kaffee nach zertifizierten Fair-Trade-Standards an. Aktuellen Studienergebnissen zufolge ist der Erfolg der sozialen, ökologischen und ökonomischen Entwicklung der Bauerngemeinschaften eng gekoppelt an die Möglichkeit, einen Markt für den zertifizierten Kaffee zu finden.

Seit 25 Jahren setzt sich TransFair dafür ein, dass solche Märkte in Deutschland geschaffen werden. Die Fair-Trade-Produzenten sollen einen selbstbestimmten Weg aus der Armut finden. In der Bundesrepublik liegt der Anteil an fair gehandeltem Kaffee bei nur rund vier Prozent.