Soziales Engagement

Deutsche Unternehmer kennen soziales Engagement seit Jahrhunderten. Inzwischen ist es zunehmend Teil eines zukunftsorientierten Managements. Der englische TV-Koch Jamie Oliver bindet es sogar direkt in sein Geschäftsmodell ein.

 

FOTO: PRIVAT

 

Carl-Ernst Müller entwickelt und implementiert gemeinsam mit Unternehmen Nachhaltigkeitsstrategien und verbessert dadurch deren Positionierung am Markt. Vor seiner Selbständigkeit plante und betreute er für die Pro Natur GmbH Projekte im Bio-Lebensmittelbereich und Sustainable Business Development. Mehr Hintergründe zu seiner Person erhalten Sie hier.


Trend
Häufig sprechen Betriebsbesitzer ungern über ihre ehrenamtlichen Aktivitäten, um nicht in »PR-Verdacht« zu geraten. Die Gäste wünschen sich heute aber immer öfter Transparenz. Sie möchten wissen, welche Häuser so genannte »good corporate citizen« sind, also verantwortungsvoll Handeln und sich über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinaus als »guter Bürger« für die Gesellschaft einbringen.

 

Nutzen
Diese neuartige Wahrnehmung ist eine Möglichkeit, Ihre Unternehmenswerte mit Leben zu erfüllen. Preise wie der »Award für Nachhaltigkeit 2008« der Hospitality Sales & Marketing Association (HSMA) fördern diese Entwicklung.
Gleichzeitig verdeutlichen Sie mit Ihrem Einsatz den Mitarbeitern die Betriebsphilosophie und schärfen Ihr Profil. 

 

Umsetzung
Sie haben zahlreiche Möglichkeiten, sich zu engagieren. Die Art der Umsetzungen kann man in drei Kategorien einteilen, die sich gut miteinander kombinieren lassen.
 

Erstens können Sie Anfragen durch Dritte aus Ihrer Region passiv abwarten und situativ handhaben. So bleiben Sie flexibel und passen die jeweilige Unterstützung Ihren aktuellen Möglichkeiten an.
 

Zweitens ist es denkbar, strategische Partnerschaften aufzubauen. Diese signalisieren den Gästen mehr Stabilität und Verlässlichkeit. Erkundigen Sie sich bei Behörden und über lokale Plattformen, welche konkreten sozialen Bedürfnisse in Ihrem Umfeld existieren, und halten Sie sich dabei stets an Ihr Kerngeschäft.
Jamie Oliver bildet beispielsweise benachteiligte Jugendliche aus. Ein Ansatz, der sich erweitern lässt. Wenn Ihre Lehrlinge fit genug sind, könnten sie in Schulen über gesundes Essen und den Spaß beim Kochen referieren. Das fördert die Eigenständigkeit der angehenden Fachkräfte, verbessert das Bewusstsein für Ernährungskunde bei Jugendlichen und ist gleichzeitig ein modernes Rekrutierungs-Instrument für die nächste Generation Ihrer Auszubildenden. Denn die Schüler lernen Ihr Unternehmen durch den direkten Austausch mit Gleichaltrigen kennen.
 

Eine weitere große Kooperationsmöglichkeit bieten die Tafeln mit ihrem Bundesverband. Sie sammeln in Hotels und Restaurants Lebensmitteln ein, die sich noch zum Verzehr, aber nicht mehr zum Verkauf eigenen.
 

Während die ersten beiden Alternativen unmittelbar an Ihrem Standort wirken, ist die dritte Variante indirekt und eher überregional. Prüfen Sie bei allen Einkäufen, welche sozialen »Nachwehen« durch die Produktion entstehen. Weltweiter Handel hat Folgen, auch die strategisch gewählte Bestellung von Lebensmitteln (FairTrade) ist also eine Art soziales Engagement.

 

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