Deutscher Hotelinvestmentmarkt auf hohem Niveau

Deutscher Hotelinvestmentmarkt auch 2017 auf hohem Niveau

Grund dafür sei nach Ansicht des Geschäftsführers von Colliers International Hotel, Andreas Erben, der sich abzeichnende Produktmangel. Das Transaktionsvolumen von 1,7 Milliarden Euro bedeutet einen Rückgang um 19 Prozent im Vergleich zu 2016. Jedoch konnte das Ergebnis aus dem Jahr 2015 übertroffen werden.

„Auffällig zeigte sich weiterhin der Rückgang von Portfolioverkäufen, der auf ein immer knapper werdendes Angebot auf dem Hotelinvestmentmarkt hindeutet. Wurde im Vorjahr noch fast die Hälfte des Transaktionsvolumens durch zum Teil auch großvolumige Paketverkäufe erwirtschaftet, waren es dieses Jahr 21 Prozent oder gut 350 Millionen Euro am Transaktionsvolumen“, so Andreas Erben.

Vier-Sterne-Hotels am begehrtesten

Das Verhältnis von nationalen und internationalen Investoren bleibt ähnlich wie im vergangenen Jahr, wobei es nationalen Käufern gelang, ihren Anteil um drei Prozent zu steigern und gut 950 Millionen Euro (56 Prozent) auf sich zu vereinen. Investoren mit Sitz in Deutschland machten ebenfalls drei Prozentpunkte gut. Sie trennten sich von Hotelimmobilien im Wert von gut einer Milliarde Euro (60 Prozent).

Vier-Sterne-Hotels erhielten mit 940 Millionen Euro (55 Prozent) die meisten Investitionen. Wie im Jahr zuvor rangieren mit 380 Millionen Euro (23 Prozent) die drei-Sterne-Hotels dahinter. Den dritten Rang erreichten Hotels der zwei-Sterne-Kategorie mit 9 Prozent des Transaktionsvolumens.

Boarding-Häuser als ernstzunehmende Investmentalternative

Mit 130 Millionen Euro an Transaktionsvolumen reihen sich die Boarding-Häuser dahinter ein. Lagen sie noch ein Jahr zuvor noch deutlich unter einem Prozent, avancieren sie im aktuellen Marktgeschehen zu einer beachtenswerten Investitionsalternative. Ein-Stern-Hotels erreichten 30 Millionen Euro, während Fünf-Sterne-Hotels lediglich ein Transaktionsvolumen von rund 10 Millionen Euro erreichten.

In den zwei Quartalen des Jahres 2017 erhielten Bestandshäuser die größten Investitionen. Jedoch ging deren Anteil im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 66 Prozentpunkte zurück. Weiterhin stark zeigten sich geplante Projekte, in Bau befindliche Objekte sowie Neubauten, die zusammen für rund 26 Prozent am Transaktionsvolumen verantwortlich zeichnen. Sie sind ein Indikator für einen stetig wachsenden Tourismusmarkt in Deutschland.

Rekordergebnis vom Vorjahr könnte doch noch erreicht werden

Rund 510 Millionen Euro investierten Vermögensverwalter in deutsche Hotelobjekte. Mit 30 Prozent am Transaktionsvolumen setzten sie sich an die Spitze – eine Steigerung um 21 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Dahinter folgen, wie im Jahr zuvor, offene Immobilienfonds und Immobilienspezialfonds. Mit knapp 300 Millionen Euro trugen diese 17 Prozent zum Transaktionsvolumen bei. Den dritten Rang belegten private Investoren und Family Offices mit rund 290 Millionen Euro.

„Trotz der Tatsache, dass der deutsche Hotelinvestmentmarkt nach mehreren Rekordquartalen erstmals wieder ruhigere Töne angeschlagen hat, kann davon ausgegangen werden, dass sich das Transaktionsvolumen, aufgrund von einem meist stärkerem Jahresendspurt und der bestehend hohen Nachfrage an Hotelimmobilien dem Rekordergebnis aus 2016 annähern kann“, deutet Erben an.