Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern

Doch keine Behelfsbrücke auf der A20 bei Tribsees

Lars Schwarz (Dehoga MV)
Lars Schwarz (Bild: Dehoga)

Ende 2016 erfolgte der Ausgleich. 2017 stellte man erneut Setzungen fest, so dass Ende Juni der Standstreifen und die rechte Fahrspur für den Verkehr gesperrt werden mussten. Das Absacken beschleunigte sich dann aber erwartend dynamisch und die gesamte Fahrbahn Richtung Rostock musste gesperrt werden.

Anfang Oktober 2017 erfolgte die Sperrung einer Fahrspur Richtung Stettin. Am 9. Oktober trat ein Grundbruch ein und die Fahrbahn brach auf einer Länge von 40 Metern und einer Breite von 10 Metern um durchschnittlich 2,50 Meter ein und danach weiter.

Eine Behelfsbrücke sollte im Zuge des Absackens der A20 gebaut werden, was nun aber doch nicht realisiert wird. Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes/Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. (Dehoga MV) zeigt sich alles andere als erfreut: „Es ist ein dringendes Gebot der Stunde, dass die touristische Lebensader unseres Bundeslandes so schnell wie möglich wieder voll funktionsfähig ist.“

Schwarz sagt weiter: „Wir brauchen mutige Entscheidungen. Die A20 ist für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern eminent wichtig. Über diese Autobahn kommen die Urlauber in unser Land. Gerade die östlichen Landesteile sind durch das Absacken der A20 bei Tribsees besonders betroffen. Hier muss alles dafür getan werden, dass der Verkehr wieder rollen kann und eine reibungslose Erreichbarkeit der Urlaubsorte gegeben ist.“

Die Tourismuszahlen für das Jahr 2017 fielen leicht rückläufig aus. Im Hinblick darauf merkt der Dehoga-MV-Präsident an: „In 2017 werden wir unseren Spitzenplatz im Deutschlandtourismus nicht behaupten können. Von daher ist wichtig, dass wir im nächsten Jahr Vertrauen bei unseren Gästen zurückgewinnen. Ein zusätzliches Verkehrschaos entlang der A20 ist nicht dazu angetan, verlorenen Boden gutzumachen. Vor diesem Hintergrund bleibt die Einführung der Bettensteuer in Stralsund mehr als fraglich. Die dortige Bürgerschaft sollte diese Planungen zu den Akten legen und mit der Einführung der Bettensteuer neben den Verkehrsproblemen nicht noch eine zusätzliche Belastung für den Tourismus zementieren.“

Schwarz appelliert gleichzeitig an die Landespolitik alle, die in den Prozess der Erneuerung der Teilstrecke involviert sind: „Wir müssen zeigen, dass wir hier im Land Probleme zügig lösen können. Die A20 ist als ‚Pannenautobahn‘ verschrien. Hier gilt es Vertrauen wiederzuerlangen. Alle Beteiligten aus Land und Bund sind gleichermaßen in der Pflicht. Wenn die Tragfähigkeit des Untergrundes schon keine Behelfsbrücke zulässt, muss unter Hochdruck an der Ertüchtigung gearbeitet werden – notfalls rund um die Uhr und an sieben Tage die Woche. Eine auf Jahre angelegte Umgehung darf nicht sein.“