EU fordert mehr Fairness und Transparenz für Geschäftskunden von Online-Plattformen

Gastgewerbe begrüßt EU-Vorlage

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Der EU-Entwurf beabsichtigt Plattformen zu verpflichten, objektive und transparentere Verfahren bei der Festlegung ihrer Bedingungen für Geschäftskunden sowie Rechtsbehelfe zu gewährleisten. Zum einen soll die Art und Weise, wie Rankings ermittelt werden, transparenter und berechenbarer werden und zum anderen soll die Behandlung von Beschwerden einer genaueren Prüfung unterzogen werden. Dies würde die Chancen für eine effektivere Streitbeilegung erhöhen.

„Wenn eine einzige Online-Plattform zwei Drittel eines Online-Vermittlungsmarktes mit mehreren hunderttausend Anbietern kontrolliert, können die Unternehmen eines dermaßen fragmentierten Marktes nicht allein gegen unlautere Praktiken vorgehen. Dieser Kommissionsvorschlag wird dazu beitragen, einige Formen von Marktversagen zu beheben und mehr Fairness auf den Online-Märkten zu schaffen", sagte Markus Luthe, Vorsitzender der HOTREC Distribution Task Force und Mitglied des HOTREC Executive Committee.

Unlautere und unfaire Geschäftspraktiken

Die neuen Regeln werden künftig zu ausgewogeneren Geschäftsbeziehungen im digitalen Binnenmarkt führen, davon ist HORTEC überzeugt. In den vergangenen Jahren haben Online-Plattformen (Online-Reisebüros usw.) vielfach eine beherrschende Stellung auf bestimmten Märkten erlangt. Oft führte dies zur Anwendung von Praktiken, die von vielen Geschäftskunden als ungerecht angesehen wurden.

Das Gastgewerbe setzt sich zu 99 Prozent aus Klein- und Kleinstunternehmen zusammen. Die Unternehmer verlieren immer mehr die Kontrolle über ihre Produkte und Dienstleistungen. Online-Giganten stellen einseitige Bedingungen und engen die unternehmerische Freiheit ein.

Transparenterer digitaler Binnenmarkt gefordert

Der Marktauftritt wird durch intransparente Algorithmen und Rankings oder einseitige Bestrafungen von Unternehmen für vermeintliches Fehlverhalten unberechenbarer und kostspieliger. Der EU-Vorschlag soll diese und andere Marktversagen  überwinden und einen berechenbareren und transparenteren digitalen Binnenmarkt zu schaffen. Dadurch verspricht man sich mehr und gerechteren Wettbewerb, Wachstum und Beschäftigung.

„Dieser Vorschlag wurde vom europäischen Gastgewerbe lange erwartet und ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. HOTREC hofft, dass das Entscheidungsverfahren mit einigen Verbesserungen noch vor der Erneuerung der EU-Institutionen im Jahr 2019 abgeschlossen werden kann, damit die Unternehmen keine Zeit verlieren, von einem ausgewogeneren digitalen Binnenmarkt zu profitieren. Wir freuen uns auf die Unterstützung des Europäischen Parlaments und des Rates", so Christian de Barrin, CEO von HOTREC.