Branchenreport 2018

Hotelmarkt Deutschland setzt Wachstumskurs fort

Branchenreport 2018 (Bild: IHA)

Zum positiven Ergebnis trugen 68,7 Millionen Übernachtungen ausländischer Touristen und Geschäftsreisender (23,8 Prozent) mit einem Plus von 4,2 Prozent bei.

Deutschland liegt im Trend

 „Die heimische Hotellerie ist bestens aufgestellt und gehört bei Produkt-qualität, Serviceangebot und Preis-Leistungs-Verhältnis zur Weltspitze“, sagt Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA). „Die erfreulichen Ergebnisse dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Risiken und Herausforderungen zunehmen und die Ertragslage angespannt bleibt. Zudem sorgen immer mehr Bürokratie und unfaire Wettbewerbsbedingungen sowie der vielerorts zu spürende Mitarbeitermangel für Wolken am Horizont“, ergänzt Lindner.

Die Herbergen in Deutschland erwirtschafteten 2017 einen Nettoumsatz von 26,98 Milliarden Euro. Der Hotelverband rechnet angesichts der anhaltenden Reise- und Konsumlust der Gäste für 2018 mit einem Plus von anderthalb bis zwei Prozent bei Übernachtungszahlen und nominalen Umsätzen. Dafür dürfe sich allerdings die geopolitische Lage auf der Welt und in der Nachbarschaft Europas nicht weiter verschlechtern.

Dem aktuellen Branchenreport des Hotelverbandes zufolge haben sich letztes Jahr alle Kennzahlen des Hotelmarktes positiv entwickelt. Im Vorjahresvergleich stieg die durchschnittliche Zimmerauslastung um 0,8 Prozent auf 71,5 Prozent. Die Netto-Zimmerpreise (ohne Frühstück, ohne Mehrwertsteuer) legten um 1,3 Prozent auf 95 Euro zu.

Im selben Zeitraum stiegen in Europa die durchschnittlichen Zimmerpreise um 2,5 Prozent auf 97 Euro. Damit liegen die deutschen Hotelzimmerpreise weiterhin leicht unter dem europäischen Durchschnitt. Der durchschnittliche Zimmerertrag (RevPAR) der deutschen Hotels erreichte 68 Euro, was einem Anstieg von 2,1 Prozent entspricht.

Investitionen in neue Konzepte

Die Hotellerie wird angesichts der guten Entwicklung ihre Angebote auch in den kommenden Jahren ausweiten. Bundesweit sind für die nächsten drei Jahre 695 Neu-, Um- und Ausbauten geplant (Vorjahr: 571). Gelingt es, alle angekündigten Hotelbauprojekte zu realisieren, so drängen weitere 99.843 zusätzliche Hotelzimmer (Vorjahr: 74.726) auf den deutschen Hotelmarkt.

 „Die Unternehmens- und Markenkonzentration in der Hotellerie nimmt weiter zu.“ Immer mehr internationale Investoren kommen auf den Markt. „Neue Wettbewerber, die Digitalisierung und die sich rasant wandelnden Ansprüche der Gäste zwingen die Hotellerie dazu, sich permanent neu aufzustellen“, erklärt Lindner. Gefragt seien spezialisierte Hotelkonzepte und das Fokussieren auf klar definierte Gäste- und Stilgruppen.

Fachkräftebedarf sichern

Das wirtschaftliche Wachstum schlägt sich auch in den Beschäftigtenzahlen nieder. Das Beherbergungsgewerbe meldete zum Stichtag 30. Juni 2017 306.962 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von knapp 2,8 Prozent. Der Branche gelang es seit 2010 knapp 50.000 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu kreieren.

Laut Lindner wachse der Bedarf weiter: „Zugleich wird es aufgrund des demografischen Wandels immer schwerer, geeignete Arbeits- und Fachkräfte zu finden. Hotellerie geht nur mit Menschen. Wir Hoteliers sind aufgerufen, weiter für unsere Branche zu werben, mit ganzer Kraft in die Qualität der Ausbildung zu investieren und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unsere Wertschätzung und Anerkennung noch deutlicher zu zeigen.“

Fairen Handel ermöglichen

Ganz oben auf der Agenda des Hotelverbandes stehen 2018 darüber hinaus die Stärkung der Direktvermarktung und der Kampf für faire Rahmenbedingungen im Online-Vertrieb. Heute erfolgen bereits mehr als 50 Prozent der Hotelbuchungen über digitale Kanäle. Plattformen diktieren darüber die Bedingungen im Online-Vertrieb. Über Online-Buchungsportale (OTA) erfolgten in Deutschland die meisten Buchungen.

Sie gewannen weiter an Zulauf. Vergangenes Jahr erreichten Buchungen über OTA einen Marktanteil (gemessen an den Übernachtungen) von 27,8 Prozent (Vorjahr: 25,2 Prozent). Der zweitstärkste Buchungskanal, das Telefon, verlor weiter am Marktanteil und kam auf 20,8 Prozent (Vorjahr: 22,5 Prozent). Buchungen über die eigene Hotelwebseite in Echtzeit erreichten einen Anteil von 10,9 Prozent und stagnierten damit auf dem Niveau des Vorjahres (10,8 Prozent).

Der deutsche OTA-Markt wird von den drei Buchungsportalen Booking.com (58,6 Prozent), der HRS Gruppe (23,6 Prozent) und der Expedia-Gruppe (Expedia, Hotel.com, Orbitz, eBookers) dominiert. Die Letztgenannte hatte einen Marktanteil von 12,2 Prozent.

Detaillierte Einblicke in die konjunkturelle Entwicklung der Hotellerie, aktuelle Kennziffern und Analysen bietet der neue Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2018“, den der Hotelverband Deutschland (IHA) kürzlich vorgestellt hat.  Der IHA-Branchenreport ist zum Preis von 365 Euro (inkl. USt., zzgl. 8,50 Euro Inlands-Versandkosten) unter www.iha-shop.de erhältlich.