Die Versetzung eines Arbeitnehmers an einen anderen Arbeitsort oder eine andere Position kann eine einschneidende Maßnahme sein, die manchmal gegen dessen eigenen Willen geschieht. Doch wann ist eine solche Versetzung überhaupt rechtens? Und welche Rechte haben Arbeitnehmer, wenn sie eine Versetzung ablehnen möchten?
Die rechtlichen Grundlagen der Versetzung
Eine Versetzung ist im deutschen Arbeitsrecht eine Maßnahme, die den Wechsel des Arbeitsplatzes, der Arbeitsbedingungen oder der Aufgaben des Mitarbeiters umfasst. Rechtlich betrachtet, kann die Versetzung durch den Arbeitsvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder das Weisungsrecht des Arbeitgebers stützen. Entscheidend ist, dass die Versetzung nicht willkürlich oder sachlich ungerechtfertigt erfolgt.
Das Weisungsrecht des Arbeitgebers
Das Direktionsrecht erlaubt es dem Arbeitgeber, unter gewissen Umständen einseitig Anordnungen zu treffen, die im Rahmen des Arbeitsvertrages liegen. Eine Versetzung ist also möglich, sofern sie vom vereinbarten Arbeitsvertrag gedeckt ist. Überschreitet eine Anweisung jedoch diese Grenzen, kann sie nicht ohne weiteres durchgesetzt werden.
Schutzmechanismen für Arbeitnehmer
Arbeitnehmer sind nicht schutzlos gestellt. Wenn eine Versetzung z.B. ohne ausreichenden Grund erfolgt oder unzumutbare Härten mit sich bringt, können sie Rechtsmittel einlegen. Besonders wichtig ist hierbei die Prüfung der Angemessenheit der Versetzungsmaßnahme und ob eine übliche Notwendigkeit im Betriebsablauf vorliegt.
Rechtsschutz und Mitbestimmung
In größeren Unternehmen spielt der Betriebsrat eine bedeutende Rolle. Er hat ein Mitbestimmungsrecht in Angelegenheiten, die das Arbeitsverhältnis maßgeblich beeinflussen, zu denen auch die Versetzung zählt. Arbeitnehmer können sich somit bei Meinungsverschiedenheiten Unterstützung und rechtlichen Rat holen.