Trotz Belastung durch hohe Kosten

Gastgewerbe zufrieden mit Sommergeschäft

Glückliche Gäste bringen guten Umsatz
Glückliche Gäste bringen guten Umsatz (Bild: robertkneschke/fotolia)

Trotz der guten Grundstimmung verzeichnen 31,5 Prozent der Hoteliers und 42,3 Prozent der Gastronomen Ertragsrückgänge. Hauptgrund ist die sehr beschwerliche Personalgewinnung, steigende Betriebskosten und die hohe Anzahl an bürokratischen Auflagen, die mit starren gesetzlichen Vorgaben einhergehen.

Gleiche Steuern für Speisenangebot – weniger Bürokratie

Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband), kommentiert die Entwicklung in Richtung der zukünftigen Regierung: „Für unsere arbeitsintensive Branche wären konsequenter Bürokratieabbau, eine Reform des lebensfremden Arbeitszeitgesetzes und gleiche Steuern für Speisen ein Zukunftsprogramm und ein Ausweis von mehr Wertschätzung.“ 

Als eine der größten Branchen Deutschlands, ist das Gastgewerbe überdurchschnittlich arbeitsintensiv. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e. V. (IW) zeigt, dass die Arbeitskosten seit 2012 schneller gewachsen sind, als die Produktivität.

Geschäftslage schwierig – Fazit positiv

Die Mehrheit der befragten Gastronomen zieht ein positives Fazit. Vor allem die starke Binnennachfrage sorgt für weiterhin gute Geschäfte. So beurteilen 49,8 Prozent (Vorjahr 46,6 Prozent) der Befragten ihre Geschäftslage im Sommer als gut, 37,9 Prozent (Vorjahr 38,3 Prozent) als befriedigend. 70,2 Prozent (Vorjahr 68,2 Prozent) der Unternehmen konnten ihre Umsätze stabil halten oder ausbauen.

Eine ähnliche Bewertung gibt die Hotelbranche ab. So berichten 65,3 Prozent (Vorjahr 68,6 Prozent) der Befragten von einer guten und 29,3 Prozent (Vorjahr 26,1 Prozent) von einer befriedigenden Geschäftslage. Deutschland bleibt als Reiseland attraktiv, auch der Geschäftsreiseverkehr zeigt sich weiterhin stark. 79,1 Prozent (Vorjahr 80,7 Prozent) der Betriebe konnten ihren Umsatz erhöhen bzw. stabil halten. 

Erwartungen bleiben hoch

Insgesamt prognostizieren 42,7 Prozent (Vorjahr 43,5 Prozent) der Befragten in der Gastronomie für den Winter 2017/18 bessere Geschäfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 13,3 Prozent (Vorjahr 12,9 Prozent) erwarten schlechtere Geschäfte. Gute Geschäfte erhoffen sich die Betriebe auch durch ein gutes Weihnachts- und Silvestergeschäft.

Bei der Hotellerie entsprechen die Erwartungen denen der Gastronomie: 40,0 Prozent (Vorjahr 43,3 Prozent) der Befragten erwarten bessere Geschäfte. Lediglich 12,9 Prozent (Vorjahr 11,5 Prozent) gehen von schlechteren Geschäften aus.

Prognose des Dehoga

Der Dehoga geht bei seiner Prognose von den Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus. Danach setzt das Gastgewerbe von Januar bis August 2017 nominal 3,5 Prozent (real 1,5 Prozent) mehr um als im Vorjahreszeitraum. Die Frühjahrsprognose des Verbands ging ursprünglich von einem Umsatzplus von nominal 2,0 Prozent aus.

Den Gesamtbericht hat der Dehoga hier veröffentlicht.