Vortrag auf Fachmesse: ISS GUT!

Prof. Carolin Steinhauser spricht über moderne Vertriebswege für Hotelliers

Prof. Dr. Carolin Steinhauser
Prof. Dr. Carolin Steinhauser

Mittlerweile erfolgen circa 30 Prozent aller Buchungen für Hotelübernachtungen über das Internet. Voraussichtlich wird diese Zahl in den kommenden Jahren noch weiter steigen. In ihrem Vortrag im Dehoga-Forum der Iss Gut! 2017 erklärt Prof. Dr. Carolin Steinhauser von der SRH Hochschule Berlin, wie Hoteliers diese Entwicklung erfolgreich nutzen können, um ihren Vertrieb erfolgreich zu erweitern.

Die Fachfrau für Internationales Hotelmanagement präsentiert unter dem Titel „Hotellerie und Gastronomievertrieb 3.0: Ihr Weg zur besseren Auslastung“ den klassischen Vertrieb unter  modernem Management und gibt ihr Wissen den Zuhörern preis. Ratschläge zur praktischen Handhabung der eigenen Homepage, zu Online-Portalen und mobilen Buchungen sowie die Analyse und Kontrolle des eben genannten, werden während des Vortrages offenbart.

Professionelle Darstellung im Web

„Die Frage heißt heute nicht mehr: Eigen oder fremd, direkt oder indirekt? Vielmehr sollten Hotels eine Multi-Channel-Strategie verfolgen, also die verschiedenen Vertriebskanäle parallel nutzen“, bekräftigt Professor Steinhauser. Hierbei stellt die Homepage des Hotel- oder Gastronomiebetriebs die erste wichtigste Instanz dar.

„Damit aus dem Webseiten-Besucher ein zahlender Gast wird, muss man informieren, überzeugen und natürlich die Möglichkeit zur direkten Buchung anbieten.“ Dafür bietet die Expertin in ihrem Fachvortrag eine Checkliste an. 

„Zeigen Sie gleich auf der Startseite Ihre Stärken! Wofür steht das Hotel, warum soll der Gast zu Ihnen kommen?“ Ansprechende, professionelle Fotos und Videos sind ebenso wichtig wie aktuelle Angebote und Arrangements, eine Echtzeit-Internet-Booking-Engine und Gästebewertungen an zentraler Stelle. „Auch die Telefonnummer darf nicht fehlen, und zwar gut sichtbar – schließlich wollen gerade ältere Gäste immer gerne zum Telefonhörer greifen und den persönlichen Kontakt haben!“ 

Anpassung an technische Gegebenheiten

Eine Tool Bar mit Verlinkungen zu Facebook, Instagram, Google Plus und YouTube ist für die steigende Anzahl an Social-Media-Nutzern unumgänglich. Für mobile Nutzer wichtig, ist das Responsive Design, das die Darstellung für Endgeräte wie Smartphones und Tablet-PCs optimiert.

Aber nicht nur die rein technischen Aspekte sind für einen professionellen Internetauftritt wichtig, auch die Zweckmäßigkeit der Seite muss beachtet werden. So sollte man relevante Inhalte im oberen Bereich der Seite platzieren, damit sie ohne Scrollen wahrgenommen werden. Wesentliche Schlüsselwörter gehören in die Überschriften, und die vollständigen Kontaktdaten müssen auf die Startseite gesetzt werden. Das ist wichtig, damit die Website auf Google schnell gefunden werden kann. 

Buchungsrate hängt von Sichtbarkeit im Web ab

Online Travel Agencies (OTA) sind Reisevermittler im Internet. Sie bilden ein weiteres Element in Carolin Steinhausers Vortrag. Eine professionelle Darstellung des eigenen Hotels oder Gastronomiebetriebs auf solchen Portalen ist dabei essenziell. „Die Hotelbeschreibung muss umfassend und aktuell sein“, sagt Carolin Steinhauser. „Viele Fotos, restriktive Sonderraten, lange Verfügbarkeitszeiträume und korrekte Zahlungsweise helfen beim Ranking.“ Außerdem ist es einfacher, über OTAs zusätzliche Leistungen wie Wellness-Anwendungen, Food und Beverage, Shops und Souvenirs, Stadtrundfahrten, Garage, Sportangebote, Kinderbetreuung oder WLAN darzustellen. 

Eine Studie des Cornell Hospitality Research Center zeigt, wie wichtig es ist, sich im Internet und auf OTAs fachmännisch zu präsentieren. Vier Testhotels, die drei Monate lang jeweils rund eine Woche auf Seite eins eines OTA gelistet waren, konnten einen Anstieg zwischen 7,5 und 26 Prozent bei der Zahl der direkten Reservierungen verzeichnen. „Die Sichtbarkeit führte also dazu, dass sowohl über das Online-Reisebüro als auch über die Homepage des Hotels wesentlich mehr Übernachtungen gebucht wurden – in der Fachsprache ‚Billboard-Effekt‘ genannt“, erläutert die Professorin. 

Mobile Endgeräte nicht unterschätzen

Mobile Applikationen stellen einen der modernsten Vertriebswege dar, dessen Vorteile Hoteliers sich zu Nutzen machen sollten. „Die Ausstattung der Haushalte mit Smartphones und Tablet-PCs ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen“, erklärt Prof. Dr. Carolin Steinhauser. „Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis die mobilen die stationären Buchungen überholen.“  

Der Anteil mobiler Buchungen in Hotels deutscher Großstädte lag im Jahr 2014 bei elf bis 15 Prozent. Zu 62 Prozent werden auf mobilen Endgeräten Angebote zu Last-Minute-Buchungen am selben Tag  genutzt – meistens nachmittags (53 Prozent) und von Männern (76 Prozent).

Ein Kostenüberblick der einzelnen Vertriebswege stellt den letzten Programmpunkt des Fachvortrages dar.

Information über den Fachvortrag:

Der Vortrag „Hotellerie und Gastronomievertrieb 3.0: Ihr Weg zur besseren Auslastung“ von Prof. Dr. Carolin Steinhauser, Professorin für den Studiengang Internationales Hotelmanagement am Campus Dresden der SRH Hochschule Berlin, findet am Dienstag, 7. November 2017, 11.30 bis 12.00 Uhr, im DEHOGA-Forum statt.