Minibars vs. Automaten

„Auf seinen Gin Tonic braucht bei uns niemand zu verzichten“

Jens U. Sroka (Foto: Beach Motel)

Jens U. Sroka ist verantwortlich für die Beach Motels in St. Peter Ording und in Heiligenhafen. Dort setzt er bewusst auf Automaten. Im neuen Lighthouse Hotel & Spa in Büsum hingegen wird es Minibars auf den Zimmern geben. Warum der Hotelier zweigleisig fährt, verrät er im Interview.

Herr Sroka, in Ihren Hotels gibt es keine Minibars. Warum nicht?

Wir haben bis jetzt keine Minibars in den Zimmern, weil wir der Meinung sind, dass der Gast das heute so nicht mehr braucht. Zudem sehen die Minibars, wenn sie allein im Zimmer stehen, nicht besonders hübsch aus. Deshalb werden sie ja meistens in Möbel eingebaut. Dort ist häufig die Belüftung ein Problem. Die Geräte überhitzen und fallen dann aus. 

Das Beach Motel in Heiligenhafen - ausgestattet mit Vending-Automaten. (Bild: Andrea Flak)Außerdem sind die Geräte relativ teuer und die Kontrolle und das Auffüllen müssen auch erledigt werden, d. h. das kostet ebenfalls Geld. Hinzu kommt, dass sich viele Gäste zwar an der Minibar bedienen, dies beim Check-out aber nicht mitteilen. Als Hotelier kann man sich dann überlegen, ob man für ein paar Euro eine Rechnung schreibt oder nicht. 

Verkaufsautomaten sind Ihre Alternative. Was wird dort angeboten?

Ja, das stimmt. Wir haben Snackautomaten im Einsatz. Dort bieten wir nicht nur Softdrinks, Wasser und Säfte an, sondern auch Snacks, wie z. B. Müsli- und Schokoriegel, aber auch unsere eigenen Seifen und Lotionen. Lediglich alkoholische Getränke gibt es dort aus Gründen des Jugendschutzes nicht. Wir haben aber eine Bar, die rund um die Uhr geöffnet ist. Auf seinen Gin Tonic braucht also auch bei uns niemand zu verzichten.BU: Das Beach Motel in St. Peter Ording - auch hier setzt Hotelier Sroka auf Verkaufsautomaten. (Foto: Christian Perl)

Was sind ihrer Meinung nach die größten Vorteile der Verkaufsautomaten?

Zunächst einmal muss man eben nur einen oder zwei Automaten auffüllen, je nachdem wie viele Geräte man nutzt. Der Aufwand ist hier einfach geringer. Das gilt natürlich nicht nur für das Befüllen, sondern auch für die Überwachung der Technik und die Wartung. 

Und auch bei den Kosten sieht die Rechnung anders aus. Wenn man beispielsweise ein Haus mit 103 Zimmern mit Minibars ausstattet, ist man schnell einige Zehntausend Euro los. Automaten sind hier deutlich günstiger. Unserer kostete beispielsweise 6.000 Euro.

Wer kümmert sich um das Befüllen?

Das übernehmen die Mitarbeiter an der Rezeption bei uns. Meistens kümmert sich ein Mitarbeiter in der Nachtschicht darum, einfach weil nachts weniger zu tun ist.

Wer nachts Durst bekommt, muss sich, um sich ein Getränk am Automaten zu holen, anziehen und das Zimmer verlassen. Viele Gäste wollen dies aber nicht. Wäre eine Minibar im Zimmer nicht doch eine prima Ergänzung?

(lacht) Wir leben ja zum Glück in Deutschland und haben wirklich gutes Leitungswasser. Wenn also jemand wirklich Durst hat, kann er ein Glas Leitungswasser trinken und muss hierfür nicht das Zimmer verlassen. 

Wer mehr möchte, kann sich bereits vorab am Automaten etwas zum Trinken holen und im Zimmer deponieren. Alternativ haben wir noch die Bar, die 24 Stunden geöffnet hat. Einen Espresso oder Gin Tonic gibt es bei uns auch nachts um vier.

Also hat die Minibar ihrer Meinung nach keine Zukunft?

Das stimmt so nicht. Unsere aktuellen Lifestyle-Hotels am Nord- und Ostseestrand von St. Peter Ording bzw. Heiligenhafen sind, wenn wir diese klassifizieren lassen würden, im 3- oder 4-Sterne-Segment angesiedelt. Hier passen die Automaten prima in das Konzept. 

Aktuell bauen wir allerdings das Lighthouse Hotel & Spa in Büsum, das im Sommer 2019 fertig sein wird. Dieses Hotel ist in einer höheren Kategorie angesiedelt und dort wird es nicht nur Bars geben, die lange geöffnet sind, sondern zusätzlich auch Minibars auf den Zimmern. Hier ist dann die einmalige Befüllung der Minibar pro Aufenthalt im Preis inklusive.

Bilder: 

Bild 1: Das Beach Motel in St. Peter Ording (Foto: Christian Perl) Bild 2: Das Beach Motel in Heiligenhafen (Foto: Andrea Flak)