Von alten Industriebauten zur historischen Eventlocation

Bolle Festsäle laden zum Tag der offenen Tür

Tag der offenen Tür bei Bolle Festsäle
(Foto: Naumann Bolle Festsäle)

Nach der denkmalgerechten Sanierung der weit über 100 Jahre alten Backsteinhäuser der alten Bolle-Meierei im Herzen von Moabit entstand eine Party- und Event-Location mit zwei riesigen Sälen, die Bolle Festsäle.

Darüber hinaus gibt es eine Milchbar, eine Dachterrasse, das angeschlossene Ameron Hotel Abion Spreebogen sowie eine eigene Jacht mit moderner Infrastruktur direkt an der Spree.

Ort mit historischem Charakter und Berliner Flair

Hier lässt es sich aber nicht nur feiern. Gäste lernen zudem etwas über die Berliner Stadtgeschichte. „Wir wollen der Meierei ihre Geschichte wiedergeben, um an Carl Bolle und seine Produktionsstätte zu erinnern“, sagt Geschäftsführer Gunnar Gust.

Der besondere Charakter der Gründerzeitjahre spiegelt sich in der Industrie-Architektur der Bolle-Festsäle wider. Die Räumlichkeiten wirken sehr imposant mit Deckenhöhen von bis zu acht Metern, unverputzten Backsteinwänden, hohen Stahlstreben-Fenstern und gusseiserne Säulen. Die ehemalige Meierei wurde 2013/14 unter strengen Denkmalschutz-Kriterien aufwendig renoviert.

Carl Julius Andreas Bolle machte das Areal bekannt. Seine Milchkutscher mit dem „Bolle-Wagen“ kannte man bereits 1882. Die Berliner konnten von den Wagen frische Milch kaufen. Vier Jahre später erwarb Carl Bolle für eine Million Mark das Gelände der Schumann‘schen Porzellan-Manufaktur und ein knappes Jahr später nahm die Meierei C. Bolle hier ihren Betrieb auf. Werkskapelle und Ballsaal der Meierei C. Bolle wurden 1890 erbaut.

Galas, Tagungen, Kongresse und Produkt-Präsentationen in ehemaliger Meierei

Bolle zählt zu den Wegbereitern des Berliner Wirtschaftsbooms. Er ließ auf dem heutigen Areal des Spree-Bogens Produktions- und Werkstätten, Unterkünfte für den Großteil seiner 2.000 Angestellten, soziale Einrichtungen, Stallungen, Fuhrparks und Gnadenhöfe errichten.

Der gelernte Maurermeister verdankt seinen Beinamen „Bimmelbolle“ dem Umstand, dass hunderte seiner Pferdewagen mit Handklingel schwingenden Kutschern und Milchmädchen durch Berlins Straßen fuhren und frische Milch frei Haus lieferten. Anfang des 20. Jahrhunderts verlor die Meierei mit dem Tod Carl Bolles ihre marktbeherrschende Stellung. Der Werhahn-Konzern kaufte das Gelände auf.

Die ehemalige Meierei wird heute als Eventlocation genutzt und bietet den Rahmen für Galas, Tagungen, Kongresse und Produkt-Präsentationen. Der Tag der offenen Tür mit einem historischen Einblick findet am 28. April 2019 von  13.00 bis 17.00 Uhr statt.