Steuerprivileg für Hoteliers in Gefahr

DEHOGA gegen Abschaffung der Mövenpick-Steuer

DEHOGA gegen Abschaffung der Mövenpick-Steuer

Zur Finanzierung der milliardenschweren Grundrente möchte die SPD unter anderem die sogenannte Möwenpick-Steuer abschaffen. Darunter versteht man den Mehrwertsteuer-Rabatt auf Hotelübernachtungen, den die schwarz-gelbe Bundesregierung 2009 beschlossen hatte. Der Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen wurde von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Die SPD will nun diese Gesetzesänderung rückgängig machen.

Möwenpick-Steuer beendete deutschen „Sonderweg“

„Die Diskreditierung der Branche durch das Infragestellen dieser steuerpolitischen Maßnahme ist peinlich und populistisch. Wer die Fakten kennt, für den verbietet es sich, die reduzierte Mehrwertsteuer für Übernachtungen in Frage zu stellen. Die Debatte um die Mehrwertsteuer auf dem Rücken unserer Branche muss ein Ende haben. Unsere Betriebe benötigen Planungssicherheit“, sagte DEHOGA-Präsident Guido Zöllick.

 „Die reduzierte Mehrwertsteuer für Hotels ist in Europa die Regel. Mit der Einführung des reduzierten Steuersatzes im Jahr 2010 wurde ein deutscher Sonderweg beendet, der endlich für fairen Wettbewerb in Europa sorgte. Auch die SPD-Minister sollten wissen, dass in 26 von 28 EU-Mitgliedstaaten der reduzierte Satz für die Hotellerie gilt und das in vielen Fällen seit Jahrzehnten“, so Zöllick weiter.

Neue Arbeitsplätze sind entstanden

Die Wettbewerbsfähigkeit der 47.000 heimischen Beherbergungsbetriebe sei durch die überfällige Anpassung der Mehrwertsteuer in 2010 gestärkt worden, betonte der DEHOGA-Präsident. Die Branche habe fast 60.000 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen und Milliarden investiert.

Zöllick hob zudem hervor, dass laut Steuerstatistik 2017 das Umsatzsteueraufkommen im Beherbergungsbereich um 460 Millionen Euro höher als in 2009 mit 19 Prozent gelegen habe. Diese Fakten könne weder ein Bundesfinanzminister noch ein Bundesarbeitsminister ignorieren.

 „60 Prozent der Betriebe haben weniger als zehn Beschäftigte. Es sind Gasthöfe und Pensionen in ländlichen und zum Teil strukturschwachen Regionen, die dort oftmals der einzige Arbeitgeber sind und dort maßgeblich zur Attraktivität des Raumes beitragen. Dank der Anpassung der Mehrwertsteuer konnten überfällige Investitionen getätigt werden. Auch Handwerk und Zulieferindustrie haben in erheblichen Umfang profitiert“, erklärte Zöllick.