Tradition im Trend

Deutscher Whisky wird immer populärer

Whisky ist im Kommen
Whisky ist im Kommen (Bild: pixabay.com)

Wer an Whisky denkt, denkt meist zuerst an Schottland. Whisky und Deutschland passen auf den ersten Blick für viele nicht zusammen. Doch weit gefehlt. Inzwischen wird die goldene Spirituose nämlich auch in Deutschland immer populärer. Es hat sich eine echte Kultur mit starker regionaler Verankerung entwickelt.

Nahe der Mosel hat beispielsweise Hubertus Vallendar seine Brennerei. Er fotografiert das Roggenfeld seines Nachbarn zu unterschiedlichen Jahreszeiten und kombiniert die Bilder mit Fotos von der Kirche in seinem Heimatdorf Kail in Rheinland-Pfalz für sein Whisky-Booklet. So wissen Genießer genau, wo der Rohstoff für den Whisky wächst. Damit will Vallendar auch das regionale Bewusstsein stärken. Übrigens wird die Spirituose in den USA und in Irland mit e geschrieben, überall sonst ohne.

200 Brennereinen in Deutschland vs. 130 Brennereien in Schottland

Die Präsidentin des Verbands Deutscher Whiskybrenner, Michaela Habbel von der Destillerie & Brennerei Heinrich Habbel im südlichen Ruhrgebiet weiß, dass in Deutschland rund 200 Brennereien Whisky produzieren. In Schottland sind es hingegen nur etwa 130. Dazu zählen in Deutschland allerdings auch Kleinstbetriebe wie Obstbrennereien mit einer Whisky-Jahresproduktion von teilweise nur einem Fass. Von der Gesamtmenge her, werde weiterhin in Schottland mehr Whisky gebrannt. Tatsächlich ist der deutsche Anteil am Weltmarkt der aus Getreidemaische destillierten und im Holzfass gereiften Spirituose bisher noch sehr gering.

Whisky liegt immer mehr im Trend

Den Trend zu deutschem Whisky hat sich in den letzten 15 Jahren entwickelt, meint Vallendar in einem Stern-Bericht. Neu daran sei, dass er professionell hergestellt werde und es außerdem vermehrt Whiskymessen in vielen deutschen Städten gebe.

Laut Angaben des Bundesverbands der deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI) in Bonn trinken inzwischen rund sechs Millionen Bundesbürger regelmäßig Whisky. Wie viel Umsatz deutsche Produzenten mit der hochprozentigen Spirituose erzielen, wird bislang noch nicht erfasst, weiß der Verband Deutscher Whiskybrenner.

Viele Schottlandfans mögen inzwischen auch den deutschen Whisky. Langfristig können Produzenten einen guten Ertrag erzielen. Allerdings bedarf es dafür auch Geduld. Whisky in der europäischen Region muss drei Jahre lang im Holzfass reifen, bevor er den Namen Whisky tragen darf. Das Besondere an der goldbraunen Spirituose ist auch, dass sein Wert mit zunehmendem Alter steigt. Whisky hat sich längst zu einem begehrten Sammelobjekt entwickelt. Im Herbst 2018 wurde in Schottland eine Flasche mit 1926 gebranntem und 1986 abgefülltem Whisky für umgerechnet fast 960.000 Euro versteigert worden.