Roboter, Apps und Co.

Die Zukunft der Hotellerie ist digital

(Symbolbild: Andrey Popov/stock.adobe.com)

In Japan hat die Zukunft schon begonnen. Künstliche Helfer haben das Henn na Hotel in Tokio voll im Griff. Empfangen werden die Gäste an der Rezeption von einem Roboter, genauer gesagt von einem Tyrannosaurus Rex.

Dabei können sich die Gäste aussuchen, ob sie auf Englisch, Chinesisch, Koreanisch oder Japanisch begrüßt werden wollen. Der Dinosaurier teilt sich seinen Arbeitsplatz mit einem weiteren Artgenossen und einer Puppe. Vom Äußeren entspricht sie eher den Vorstellungen einer Hotelangestellten.

Keine Berührungsängste mit Robotern

Hier arbeiten größtenteils Roboter. Sie übernehmen das Einchecken und Kofferschleppen, putzen das Hotel. Ein Hightech-Schrank reinigt selbstständig die Kleidung der Gäste. Das Licht, die Klimaanlage und der Fernseher im Zimmer lassen sich mit dem Smartphone steuern. Dank des künstlichen Lobbypersonals sind die Übernachtungspreise relativ niedrig. Zimmer gibt es schon ab 7000 Yen (rund 50 Euro). Im Henn na Hotel gibt es 98 Zimmer. Es wurde im Februar 2018 eröffnet und ist das fünfte der japanischen Hotelkette.

Ein Dino begrüßt die Gäste im Henn na Hotel in Tokio

Doch nicht nur im Land der aufgehenden Sonne setzen Hoteliers auf künstliche Intelligenz. Auch in einigen europäischen Hotels kommen Roboter zum Einsatz. Sie erledigen den Check-in, informieren über Ausflugsmöglichkeiten in der Umgebung und unterstützen das Personal beim Service. Immer mehr Betreiber bieten ihren Gästen Apps an, mit denen sie reservieren, einchecken und bezahlen können. Die Steuerung der Räume erfolgt per Smartphone.

Digitale Technologien ergänzen Service

Große Hotelketten treiben die Vernetzung ihrer Hotelzimmer voran. Im US-Bundesstaat Maryland richtete das US-amerikanische Hotelunternehmen Marriott International einen Versuchsraum zum Internet der Dinge ein. Yoga-Übungen werden hier an einem Ganzkörperspiegel gezeigt. Die Dusche stellt eine im Gästeprofil gespeicherte Wunschtemperatur ein.

In den Häusern in Berlin und Madrid der NH Hotel Group existieren sogenannte MoodRooms. Hier lassen sich verschiedene Lichtkonzepte je nach Stimmung und Tageszeit einstellen. Die Steuerung erfolgt über iPads. Die Hotellerie müsse im digitalen Zeitalter Vorreiter darin sein, neue Lösungen auszuprobieren, sagte Maarten Markus, Managing Director für Nordeuropa bei der NH Hotel Group, Spiegel-Online.

Experten zufolge dauert es jedoch in der Hotellerie erfahrungsgemäß etwas länger als in anderen Branchen, bis sich neue Technologien durchsetzen. Die Sorge, dass künftig Roboter Menschen in der Hotellerie gänzlich ersetzen werden, ist unbegründet. Der persönliche und individuelle Kontakt zu den Gästen ist und bleibt das Herzstück der Branche.