Rentenzeitpunkt selbst wählen

Im Zuge der aktuellen Diskussion um den Fachkräftemangel in Deutschland gehen die Lindner Hotels eigene Wege. Die Unternehmensführung bietet älteren Mitarbeitern die Möglichkeit, über den Zeitpunkt ihres Renteneintritts selbst zu entscheiden.

 

Damit steht nicht nur die Integration, sondern auch die Förderung älterer Mitarbeiter im Fokus der über die übliche Fürsorgepflicht als Arbeitgeber hinausgehenden Werte-Orientierung der Hotelgruppe.

 

Mit Peter Breitenfelner (66) und Friedmann Roessler (69) machen zwei langgediente Hoteldirektoren bei Lindner Hotels von dem flexiblen Rentenangebot bereits Gebrauch. Nach 20 Direktionsjahren gibt der 66-jährige Peter Breitenfelner im Lindner Hotel Kaiserhof in Landshut jetzt das Zepter aus der Hand, bleibt dem Unternehmen jedoch in beratender Funktion verbunden.

 

Sein 69-jähriger Kollege Friedmann Roessler zeichnet im Lindner Congress Hotel in Frankfurt noch bis 2013 als Direktor verantwortlich. Er räumt allerdings ein, dass geistige Fitness und körperliche Gesundheit sowie Dynamik und anhaltende Bildungs-Bereitschaft wichtige Voraussetzungen seien, um auch in höherem Alter leistungsfähig und motiviert zu sein.

 

Dazu trage maßgeblich eine positive Symbiose zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei. So kann sich Roessler nach Übergabe seines Direktionspostens gut vorstellen, auch über seinen 70. Geburtstag hinaus für die Lindner Hotels tätig zu sein.

 

Das flexible Rentenangebot ist Teil der Mitarbeiter orientierten Philosophie bei Lindner Hotels. Da es ein festes System für den Renteneintritt hier nicht gibt, fällt die Entscheidung individuell in Absprache mit dem jeweiligen Mitarbeiter.

 

So entsteht eine Win-Win-Situation auf mehreren Ebenen: Das Unternehmen profitiert von der Erfahrung des Mitarbeiters. Der Mitarbeiter hat eine Aufgabe, solange er dies wünscht.

 

„Unternehmensverantwortung, also die in großen Firmen oft zitierte Corporate Social Responsibility, ist in einem Familienunternehmen eine Selbstverständlichkeit“, ist Otto Lindner überzeugt. Jeder Mitarbeiter verdiene Respekt für seine Leistungen am Arbeitsplatz, aber auch Respekt vor der persönlichen Lebenssituation.