Lukratives Nebengeschäft

Senat will Parkvignetten streichen – Hoteliers laufen Sturm

Berliner Fernsehturm in der Abendsonne
Berlin ist immer eine Reise wert (Foto: Pixabay)

Geht es nach der Berliner Verkehrssenatorin, ist damit nun Schluss. Gegenüber der Berliner Morgenpost  teilte ein Sprecher der Senatorin Günther auf Anfrage mit: „Die Ausgabe von Hotel-Vignetten ist eine Regelung aus den Neunzigerjahren, die der Förderung des damals eher schwächelnden Tourismus diente. Angesichts der anhaltenden Besucherrekorde Berlins mit entsprechender Verkehrsbelastung ist diese Regelung insgesamt nicht mehr zeitgemäß.“

Schadet es dem Hotelgewerbe?

Der Dehoga-Landesverband ist empört und auch die Hoteliers machen ihrem Ärger darüber Luft, denn sie fürchten Umsatzeinbußen. Einer der Betroffenen führt fünf Hotels in Berlin, u. a. in bester City-Lage. Dort sind Parkplätze besonders rar, denn die Gegend hat sich auch als Wohngebiet entwickelt. Wo früher die Mauer verlief und das letzte Gebäude am Grenzstreifen eine Polizeiwache war, stehen heute Hotels. Gegenüber befinden sich Blocks mit Eigentumswohnungen, in denen Senioren, gut verdienende Bürger, Botschafter und Politiker ihr neues Heim gefunden haben.

Die Hoteliers beklagen sich über den Vorstoß der Politik und nennen sie wirtschaftsschädlich. Laut ihren Aussagen würde es Buchungen kosten, was dem Umsatz schmälert. An solch einem Beschluss würden Arbeitsplätze hängen, argumentiert der Dehoga.

Gäste müssen viel bezahlen

Beispielsweise bezahlt ein Hotelier für zehn Stellplätze an einem seiner Häuser 1.200 Euro Miete im Monat an die Stadt Berlin. Bietet man keine Park-Alternative an, suchen sich die Gäste eine andere Unterkunft, so der Hotelier. Für zehn Plätze wären das auf 30 Tage runtergerechnet 4 Euro am Tag. Auf hrs.com findet man einen Preis von 20 Euro pro Tag für einen Pkw-Stellplatz. Das der Unternehmer von Umsatzeinbußen spricht, ist verständlich, macht das Hotel mit den Parkplätzen doch ein lukratives Nebengeschäft, indem er fünf Mal so viel Miete von seinen Gästen nimmt, wie er selbst an die Stadt Berlin bezahlt.

Die Anwohner und deren Besucher hingegen wird die Streichung der Vignetten entgegenkommen, denn in jener Gegend sind die Parkplätze voll mit Pkws der Hotelgäste.