Hotelmarktreport von Engel & Völkers

Weiteres Marktwachstum der Hotelimmobilienbranche erwartet

Andreas Ewald, Geschäftsführender Gesellschafter Engel & Völkers Hotel Consulting GmbH (Bild: Engel & Völkers)

Der europäische Hotelmarkt wächst. Die Anzahl der Reisenden stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf 671 Millionen. Auch die durchschnittliche Zimmerauslastung in Europa ist um 2,4 Prozentpunkte gestiegen. Die im Durchschnitt erzielbaren Zimmerpreise haben sich zusätzlich um 3,1 Prozent auf 111 Euro durchschnittlich erhöht.

Osteuropa an der Spitze

Osteuropa liegt dabei ganz vorn. Das macht der RevPAR (Revenue Per Available Room), die wichtigste betriebswirtschaftliche Kennzahl für Hotels, deutlich. Es konnte einEin Anstieg von 10,8 Prozent konnte verzeichnet werden. Im Vergleich dazu liegt der Zuwachs für Gesamteuropa bei durchschnittlich 5,6 Prozent. Auch in Südeuropa konnte wurde ein deutliches Wachstum registriert werden.

Unter dem europäischen Durschnitt blieben die Zahlen in Nordeuropa mit einem Zuwachs von 4,7 Prozent und in Westeuropa mit einem Plus von 2,2 Prozent.

Die deutschen Top-5 mit Zuwachs bei den Übernachtungszahlen

In Europa ist Deutschland neben Großbritannien einer der wichtigsten Märkte. Die deutschen Top-5-Städte München, Berlin, Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf verzeichnen ein Pluseine Steigerung der Übernachtungszahlen. Das spiegelt sich auch in den durchschnittlich erzielbaren Zimmerpreisen wider. Ganz vorn liegt München mit 125 Euro,. Auf Platz zwei gefolgt von Hamburg mit 117 Euro. Mit 113 Euro liegt und Düsseldorf auf Platz drei mit einem Preis von durchschnittlich 113 Euro.

Bayern bestärkt Investoreninteresse

Die bayrische Landeshauptstadt verfügt über eine Hotelpipeline von 130.000 Betten. Auch wenn eine Verschärfung der Wettbewerbssituation zu erwarten ist, bleibt das Interesse von Investoren ungebrochen. So hat sich das Transaktionsvolumen gegenüber 2016 auf 0,9 Milliarden Euro verdoppelt.

Berlin liegt weit vorn

Berlin besetzt mit einem Nächtigungsvolumen von 28,9 Millionen im Zeitraum von Januar bis November 2017 weiterhin die deutsche Spitze. Gegenüber zum Vorjahr bedeutet das einen leichten Anstieg von 0,7 Prozent. Einen Einschnitt musste die deutsche Hauptstadt allerdings durch die Insolvenz Air Berlins im letzten Jahr hinnehmen. Die Übernachtungen gingen im November im Vergleich zum Vormonat um 4,1 Prozent zurück. So braucht Berlin braucht eine jährliche Steigerung von rund vier Prozent bei den Übernachtungen, um den Zuwachs von 13.000 Betten bis 2020 bei stabiler Auslastung stemmen zu könnenstabil auszulasten.

Hamburg mit positiver Entwicklung

Die Hansestadt Hamburg kann mit einer positiven Entwicklung punkten. Im Jahrn 2017 wurde von Januar bis November ein Zuwachs von 4,1 Prozent auf 12,8 Millionen Übernachtungen verzeichnet. Positiv begünstigt haben dies die Eröffnung der Elbphilharmonie und auch die gesteigerte Aufmerksamkeit durch den G20-Gipfel. Damit die Auslastung bis 2019 auf diesem Level gehalten werden kann, muss die Zahl der Nächtigungen auf rund 15,5 Millionen ansteigen. Dies Das entspricht einer angestrebten jährlichen Wachstumsrate von 5,6 Prozent bis 2020. Das unerschlossene Potenzial an ausländischen Gästen bietet einen positiven Blick in die Zukunft.

Frankfurt erreicht neue Bestmarke

Frankfurt erbringt mit rund 8,8 Millionen Übernachtungen im Zeitraum von Januar bis November 2017 einen neuen Bestwert. Die Bankmetropole hat traditionell mit hohen Auslastungsschwankungen zwischen Werk- und Wochentagen zu tun. Zusammen mit Düsseldorf verfügt sie daher mit 70 Prozent über die niedrigste Zimmerauslastung aller Top-5-Standorte mit nur 70 Prozent. Bis 20210 werden in Frankfurt 9.000 neue Hotelbetten entstehen. Damit die kritische Auslastungsgrenze von 70 Prozent nicht unterschritten wird, muss bis 2020 eine Steigerung der Übernachtungszahl auf 10,8 Millionen erfolgen.

Düsseldorf bei Investoren beliebt

Die nordrhein-westfälische Hauptstadt Düsseldorf kann sich bezüglich der Reisenden über ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr freuen. Die kleinste der Top-5-Städte ist aktuell bei Hotelinvestoren sehr beliebt. Der Nachfrageüberhang der vergangenen Jahre mündet in einer hohen Pipeline von rund 7.000 Betten. Um dem gerecht zu werden, müssen bis 2019 zusätzlich eine Million Übernachtungen Zustandekommen. Rund 70 Prozent der Gesamtnachfrage hängen hier vom zyklischen Geschäftstourismus und Messegeschäft ab, sodass es sich dabei laut des Hotelmarktreportes von Engel & Völkers Hotel Consulting um ambitionierte Ziele handle.