Hotelgeschichten

Wenn der Nachtportier aus dem Nähkästchen plaudert

Hotelgeschichten (Foto: pixabay.com)

Eher harmlos, aber für ihn ein schönes Erlebnis war das Gespräch mit einem deutschen Comedian, erzählt ein ehemaliger Berliner Nachtportier. Der wollte sich am Check-in eigentlich nur erkundigen, wo er in der Nähe den besten Döner bekommen könnte. Schlussendlich unterhielten sich die beiden über eine Stunde lang über den Döner und seine kulturelle Bedeutung für die Stadt Berlin. Zum Schluss hat der Gast sich statt eines Döners dann nur noch zwei Bier an der Bar geholt, bevor er wieder auf sein Zimmer ging.

Ein anderer deutscher Komiker und Moderator wünschte sich einmal einen ganzen besonderen Weckruf. Er würde gern mit einem Morgenständchen geweckt werden, gab er an, als man ihn am Abend zuvor fragte. Frisch und munter sang ihm der Portier das Liedchen. Den Gast hat’s gefreut.

Skurriles und Ekeliges

Neben diesen eher harmlosen Begegnungen gibt es auch allerlei Skurriles. Gäste, die sich so betrinken, dass sie sich gleich mehrfach an einem Abend aus ihrem Zimmer aussperren und sich anschließend in der Hotellobby schlafen legen wollen. In einem anderen Hotel verabschiedeten sich drei junge Mädchen sehr schnell und ohne Frühstück. Kein Wunder, denn sie hatten alle drei ihr großes Geschäft im Hotelzimmer erledigt.

Streitereien sind keine Seltenheit, aber eine davon ging schlaflos für alle anderen Hotelgäste aus. Ein Pärchen geriet so sehr in einen Streit, dass sich die Frau anscheinend nur noch durch das Auslösen des Feueralarms befreien konnte.

Auch von den Zwangsneurosen von einigen seiner Gäste wurde der Nachtportier nicht verschont. Tatsächlich habe einmal ein Gast sämtliche Wände mit Kot beschmiert. Andere bestanden hingegen (nur) darauf, dass die Zimmertür auch nachts offen bleibe. In einem anderen Hotel besprühte ein Gast sein komplettes Zimmer mit goldener Farbe. Auch Tapeten, Glühlampen und Bettwäsche mussten dran glauben. Seine Erklärung: Er hätte vorher in Hotels in Saudi Arabien übernachtet, wo alles aus massivem Gold bestehe.

Alkohol, Drogen und Prostitution gehören natürlich auch zu den Themen eines Nachtportiers. Da wurde regelmäßig gefragt, wo man denn die günstigsten „leichten Damen“ bekomme und ob man sich dann bitte um die „Logistik“ bis aufs Zimmer kümmern könne.

Das Beste zum Schluss

Aber es gab auch das eine oder andere Happy End. So sei einmal ein Paar extra nach Berlin gereist, um hier ihr Kind zur Welt zu bringen. Allerdings setzte die Geburt eher ein, als erwartet. Als nachts die Wehen begannen, war der Partner gerade unterwegs. Ein Notarzt wurde gerufen, weil es für den Transport ins Krankenhaus mittlerweile zu spät war. Zum Glück kam der Papa gerade noch rechtzeitig, um die Geburt seines Kindes nicht zu verpassen.